Glendullan

Glendullan war die letzte der sieben ursprünglichen Destillerien, die zur Begründung des bekannten Spruches beitrug:

"Rome was built on seven hills, Dufftown stands on seven stills."

Man schrieb das Jahr 1897, Whisky erlebte einen regelrechten Boom, der jedoch kurz darauf mit dem „Pattison Crash" ein jähes Ende fand. Viele, auch kurz zuvor neu errichtete Destillerien mußten schließen. Glendullan blieb dieses Schicksal jedoch erspart.

William Williams, der um die damalige Jahrhundertwende über zwei recht bekannte Blends „Strahdon" und „Three Stars" verfügte, erbaute die Destillerie, belieferte im Jahre 1902 König Edward VII und erhielt prompt eine königliche Auszeichnung.

Später fusionierte Williams mit den Greenlees zu Macdonald; Greenlees & Williams. James & Samuel Greenlees waren die Begründer des auch heute noch bekannten Blends „Old Parr", der nach dem legendären Thomas Parr benannt ist, dessen Grab in der Westminster Abbey besichtigt werden kann. Angeblich wurde er 152 Jahre alt, wurde im 15. Jahrhundert geboren und lebte bis ins 17. Jahrhundert, heiratete nochmals mit 122 Jahren und wurde sogar noch Vater. Ob er dieses biblische Alter dem regelmäßigen Genuß schottischen Whiskies zu verdanken hat, ist leider nicht überliefert.

as Überleben hat die Destillerie möglicherweise der planerischen Weitsicht von William Williams zu verdanken, der bereits im Planungsstadium viele Einsparpotentiale für den späteren Betrieb ins Kalkül zog. So wurde z.B. gemeinsam mit der Mortlach Destillerie eine private Eisenbahn zum Bahnhof in Dufftown betrieben. Die Lage am Flüßchen Dullan, der unweit von der Destillerie in den Fiddich mündet, versorgte die Destillerie mit Wasser. Ein Wasserrad diente als kostenlose Energiequelle und war bei der Wiedereröffnung der Destillerie nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch in Benutzung.

1962 wurden viele Gebäude restauriert. Die Destillerie enthielt jedoch nach wie vor lediglich zwei Brennblasen.

Nicht mal 10 Jahre später, 1971 / 72 wurde nicht weit von der alten Destillerie eine neue erbaut, die nunmehr 6 Brennblasen erhielt, mit der pro Jahr knapp unter 2 Millionen Liter Alkohol produziert werden können.

Beide Destillerien wurden eine geraume Zeit parallel betrieben. Jede der Destillerien verfügte über eigene Maische- und Gärbottiche. Die Malts aus beiden Destillerien wurden gemischt, bis 1985 die alte Glendullan Destillerie stillgelegt wurde. Streng genommen ist der Whisky dieses Zeitraumes kein Single Malt, sondern ein Vatted Malt.

1987 wurde die Destillerie von UDV übernommen, die die Räumlichkeiten der alten Destillerie als Werkstatt verwenden.